Wort zu 2017

(Text vom 02.01.2017 02:48 am) …noch einen Gedanken durch die Nacht: schon kurz nach der Wahl Trumps musste ich überrascht feststellen, dass ich irgendwie auch froh darüber war, dass nicht Clinton die Wahl gewonnen hatte. Das Spiel von Pest und Cholera. Denn in mir kam die Hoffnung auf, dass jetzt umso mehr Menschen die Augen geöffnet würden und wir anfangen, für das aktiv und explizit einzustehen, was nötig ist, um die Welt in angenehmere Bahnen zu lenken: Frieden, Nachhaltigkeit, Nächstenliebe und Gerechtigkeit. Alles Werte, die von allen möglichen unterschiedlichen Disziplinen schon immer propagiert worden sind, die konsultiert werden, um Menschen Hilfestellung zur Lebensführung zu geben, seien es die Religionen, sei es die Psychologie oder die Esoterik. Man findet diese Werte bei indigenen Kulturen genauso wie im wissenschaftlichen Elfenbeinturm vermeintlich hochentwickelter Nationen. Nein, so wie ich es mitbekommen habe, findet man bei indigenen Kulturen häufig auch noch das Handeln zu der Haltung, die durch Benennen dieser Werte geformt werden soll. Wir in den seit Jahrzenten eher friedlichen post-industriellen Ländern konnten es uns lange leisten, uns immer mehr zu individualisieren, an unseren Identitäten zu basteln, und dabei die Grundlagen menschlicher Existenz auf der Erde links liegen zu lassen. (Ich fasse mich jetzt kurz…) Wie habe ich mich in den letzten Jahren gelangweilt, wenn ich Zeitung las. Es ging (Achtung: gefühlte Wahrheit!) immer nur um soya macchiato-trinkende PrenzlauerBergMütter, es ging um Hedonismus und um zeitintensive Techniken zum Stressabbau wegen Überarbeitung oder bore-out. Das fiel mir besonders im Zug vom Flughafen nach Hause auf, wenn ich nach unterschiedlichen Reisen, kulturgeschockt im eigenen Land, zwischen lauter grau gekleideten Menschen mit macbook saß, und in der DBmobil immer wieder nur Artikel fand, die mir erklärten, wie man entschleunigt und zu einem besseren Zeitmanagement findet. In sofern bin ich gerade wirklich sehr optimistisch. Endlich kommen die Konflikte der Welt in den Köpfen der Deutschen an. Endlich suchen Journalist*innen und Denker*innen nach Strategien und Lösungen, um an den eigentlichen Aufgaben von uns Menschen zu arbeiten. Und in den letzten Wochen merke ich, wie sich zunehmend eine Sprache findet für die Bewegung, von der wir alle Teil sein dürfen. Eine Sprache der Bewegung, die sich für ein gewaltfreies Miteinander einsetzt. Für eine lebenswerte Welt. Für eine Welt, an der sich auch künftige Generationen erfreuen können. in diesem Sinne: Gute Nacht! Und ein erfolgreiches und bewegendes, ein kluges und aktives, ein aufmerksames und warmherziges Jahr 2017!

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