Gesellschaftlicher Frieden beginnt mit der Aufarbeitung der eigenen Geschichte.

Heute Abend durfte ich der Verleihung des 32.Friedensfilmpreises beiwohnen. Ganz zurecht wurde der Film El Pacto de Adriana von Filmemacherin Lisette Orozco ausgezeichnet.           { Eine kurze Beschreibung zum Film findet sich unter http://www.friedensfilm.de/index.php?id=270 }

Es bedeutet einen ungeheuren Mut, mit geringem zeitlichem Abstand zu einem Thema zu berichten und zu forschen, dass einen persönlich betrifft. Daher fühle ich mich jetzt, mit nur kurzem zeitlichen Abstand zum Film, umso mehr betroffen von der Ambiguität der Gefühle, die die Filmemacherin und ihre Protagonistin verbinden.

El Pacto de Adriana ist ein so absolut aktueller Film, der die Frage nach Wahrheit aufwirft. Ist nicht jeder Mensch davon überzeugt, auf der “richtigen” Seite zu stehen? Ist nicht jeder Mensch davon überzeugt, Gutes zu tun? 

Diejenigen, die heute eine Aufgabe in einem Unrechtsregime ausführen, müssen sich eines Tages fragen lassen, warum sie es taten. Diejenigen, die ein Unrechtsregime aus der Ferne unterstützen, werden die selbe Frage ertragen müssen. Und auch das Schweigen ist eine Handlung. 

Obwohl die Aufnahme von Yael Inokais Laudatio stark rauscht, möchte ich sie teilen. Und statt viele Worte hier zu lassen, wünsche ich dem Filmteam eine Aufmerksamkeit, die ihrem Ziel dienlich ist: Frieden zu erreichen, indem man sich der eigenen Familiengeschichte stellt. Ich wünsche den Menschen in Chile und überall, wo Unrecht im Namen des Staates geschieht, die Größe, einander beizustehen und miteinander die Wahrheit herauszufinden. Ich wünsche uns allen die Größe, zu Unrecht auf der Welt nicht zu schweigen.

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